Als kleiner Junge schnürte Uli schon seine Ringerschuhe und das in einer Zeit, als Ringen in Dortmund noch eine der angesagtesten Sportarten war.
Über 20 Vereine gab es 1960 und wer Stadtmeister wurde, der war schon ein kleiner Star in Dortmund.
Westfalenmeister war etwas Besonderes und Landesmeister, oder sogar Deutscher Meister, das war die hohe Kunst, der Griff nach den Sternen.
Fast alles erreichte Uli in seiner über 60-jährigen Laufbahn, immer getrieben von der Herausforderung, auf der Matte zu zeigen, wer im Zweikampf der Sieger des Tages sein wird. Um das zu schaffen, musste man viel tun und Uli wurde oft nach dem Training, wo weitere Sportfreunde schon mal gerne ein Bierchen tranken, im Winter, im Nebel, der Dunkelheit, am Westfalenstadion beim Lauf- und Konditionstraining gesehen.
10 km nach dem Training waren keine Seltenheit, dann aber gab es das verdiente Bierchen, und schnell war man mit anderen wieder in geselliger Runde und es wurden Dönekes erzählt.
Uli erzählte dann und alle anderen hörten ihm gerne zu.
Das war sein Erfolgsrezept als Trainer. Er kann zuhören, vermitteln und erklären. Deswegen haben viele gute Ringer mit Uli sehr gerne in der Mannschaft gerungen.
Spaß und Leistung sind kein Widerspruch: Uli konnte und kann genau das weitergeben, und das führte in seiner Trainerarbeit zu Spitzenergebnissen.
Aber, kaum zu glauben, Uli ist im zarten Alter von 70 immer noch aktiv und er trainiert zweimal in der Woche die Ringer des ASV Heros Dortmund.
Das macht er in mindestens 5 Sprachen mit wachsender Begeisterung. In klarer Ansage werden die Techniken trainiert, in der Griffschule wird vorgemacht, wiederholt und kontrolliert. Das Konzept geht auf, manchmal reichen zwei Matten für die Trainingsstunden in der Halle nicht aus
Und in Zeiten des Internets geht das vermittelte Bild viral, so dass aus umliegenden Stätten viele Akteure zum Training kommen. Kein Fußball, kein 45-minütiges Warmmachen. Das Ringertraining, Griff- und Kampfschule stehen mit Uli im Mittelpunkt der Trainingsarbeit.
Dieses Konzept setzt Uli seit 24 Jahren beim ASV Heros Dortmund um.1992 ist der Verein aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückgezogen worden.
Uli Baum und Klaus Brüske übernahmen in sehr schwerem Fahrwasser Verantwortung. Uli übernahm neben dem Trainer und Mannschaftsringer auch den wichtigen Posten des Kassierers oder in Folge dann auch den Vorsitzenden des Vereins.
Immer mit dem Ziel, als Sportler und als Funktionär dem Verein eine sportliche und finanzielle Zukunftsperspektive zu ermöglichen.
Dies machte er alles, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Strategischer Teamplayer trifft es, Profilierungssucht war Uli fremd.
Als Ringer war Uli gleich in drei Gewichtsklassen, wie 82kg, 96Kg und 130 Kg einsetzbar; hört sich nach unendlich viel Schweiß an, stimmt auch.
6-8 kg Gewicht machen, nach oben oder nach unten, in einer Woche war normal.
Uli war schwer zu ringen, viel Kondition, keine Angst und technisch sehr klug.
Bis 50 war er deshalb zumindest in NRW absolute Spitzenklasse und bei den German Masters war er dann folgerichtig auch immer auf den Treppchen zu finden.
Im Verein Heros Dortmund ging es auf und ab und regelmäßig konnten nach Rückzug der Mannschaft dann auch wieder Aufstiege in die Verbandsliga oder Oberliga gefeiert werden.
Ohne Uli wäre das alles so nicht möglich gewesen und der Verein ASV Heros Dortmund würde nicht mehr auf der Ringerlandkarte zu finden sein.
Weitere Stationen von Uli waren vielfältig:
Mannschaftsringer, 10 Jahre in der 2. Bundesliga, weitere 35 Jahre in Ober-, Verbands- und Landesliga.
Trainer, einige Jahrzehnte:
- ASV Heros Dortmund, Aufstieg in die Landesliga 2022 und Aufstieg in die Landesliga 2026
- TSG Herdecke, Aufstieg in die 2. Liga 1990
- ASV Westerfilde
- AC Hörde 04, Aufstieg in die 2. Liga 1979
Funktionär, einige Jahrzehnte
Vereinsvertreter RV NRW,1. Vorsitzender, 1. Geschäftsführer, 1. Kassierer
Lieber Uli,
wir danken dir für all dein Tun und deine Leidenschaft und wünschen dir alles erdenklich Gute zu deinem 70. Geburtstag!

